Leseprobe ·Ostern mitten im Dezember

Papakekse

Mein Mann liebte es, wenn an den Wochenenden – und manchmal auch unter der Woche – der Duft von frisch gebackenem Kuchen durch das Pfarrhaus zog. Besonders, wenn er an seiner Predigt arbeitete, waren

Zucker-, Butter- oder Zwetschgenkuchen nebst einem Gläschen Cognac für ihn notwendige Beigaben. Musste er besonders intensiv über einem Predigttext grübeln, kam es schon einmal vor, dass für den sonntäglichen

Kaffeetisch nichts mehr übrig und eine erneute Backrunde erforderlich war.

In der Vorweihnachtszeit bevorzugte er Aprikosenkekse. Die Kinder und ich waren über die gesamte Adventszeit mit der Herstellung seiner Lieblingskekse beschäftigt, um Versorgungslücken zu vermeiden. Mindestens dreimal pro Woche wurde in unserer Pfarrküche Schokoladenteig angerührt und zu kleinen Kugeln geformt. Die Kinder hatten ihren besonderen Spaß daran, mit ihren kleinen Daumen Dellen in diese Teigkugeln zu drücken und die Vertiefungen anschließend

mit Aprikosenmarmelade zu befüllen. Mein Mann schaute regelmäßig in der Küche vorbei, um den Herstellungsprozess erfreut zu kommentieren: „Oh, Ihr backt meine Kekse.“

So kam es, dass die Aprikosenkekse sehr bald zu Papakeksen umgetauft wurden. Diesen Namen haben sie in unserer Familie bis in die heutigen Tage behalten. Ohne Papakekse gibt es bei uns kein Weihnachten.

Und so werden sie gemacht:

80 g Butter, 200 g Zucker, 1 Ei, 2 Päck. Vanillezucker, 1 Prise Salz, 1 Essl. süße Sahne, 200 g Mehl, 1 Teel. Backpulver, 10 g Kakao, 1/2 Teel. Zimt, Aprikosenmarmelade.

Flüssige Butter, Zucker und Vanille schaumig rühren. Ei, Backkakao, Zimt, Salz und Sahne dazugeben und gut vermengen. Mehl und Backpulver vermischen. Das Eiergemisch dazu geben und alles gut verkneten.

Mit nassen Händen Walnuss-große Kugeln formen, auf zwei mit Backpapier ausgelegte Bleche setzen. Mit den Fingern kleine Dellen in die Kugeln drücken und diese mit Aprikosenmarmelade füllen.

Bei 160° C Umluft 12 Minuten backen.

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