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Rezension im Braunschweiger Journal

Wie das Leben so spielt, könnte man – wie bei manchen Gelegenheiten – auch hier sagen: Zunächst begegnet er ihr, als sie noch ein kleines Mädchen war, als Weihnachtsmann und wird später, er Pfarrer in einer dörflichen Gemeinde, sie, junge Diplom-Trophologin und Ernährungsberaterin, ihr Ehemann. Nun beginnt das Abenteuer. Sie, unberührt von Religion und Glauben, muss als Pfarrersfrau funktionieren in einer weitaus konservativen Gemeinde Ende der 1970er Jahre. Zwei halbwüchsige Kinder hat der verwitwete Pfarrer mit in die Ehe gebracht, zwei weitere werden in der jungen Ehe geboren und bringen die übliche Unruhe und Turbulenz ins Familienleben und hin und wieder auch in die Gottesdienste.

Marianne Reiß, die Autorin des kleinen Büchleins „Ostern mitten im Dezember“ berichtet jetzt rückblickend auf diese zehn Jahre bis zum Tod ihres Ehemannes Dietrich Reiß 1989 über den Alltag im Pfarrhaus. In der dörflichen Gemeinde gibt es feste Vorstellungen und Regeln einerseits über das Leben schlechthin, andererseits aber darüber, wie sich die Frau des Pfarrers zu kleiden und zu verhalten hat. Da kommen die roten High Heels ins Spiel und sind Gegenstand einer kleinen Geschichte wie auch die Mütze des Pfarrers, die Papa-Kekse und ihre Zubereitung oder die in der Waschmachine verfärbten Beffchen, die als „Insignien des Amtes“ am Sonntag strahlend weiß zu sein haben.

Die Autorin erzählt dies alles mit leichter Hand und einigem Humor. Man liest sie gern, diese amüsanten, hin und wieder auch traurigen und nachdenklichen Pfarrhaus-Geschichten. Erschienen sind sie bei Books on Demand und erhältlich für 9,20 Euro.

Veröffentlicht Dez./Jan. 2016/17. Braunschweiger Journal

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