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Umweltzeitung redigiert: Reißwolf will Reste (fr)essen

Nein, um einen Reißwolf, der Papiere schreddert, geht es in keinem der beiden neuen Büchlein, die Marianne Reiß, den Leserinnen und Lesern dieser Zeitung durch ihre fundierte Ernährungskolumne gut bekannt, jüngst veröffentlicht hat. Obwohl besagter Reißwolf, es handelt sich um ein wahres Prachtexemplar eines Canis lupus familiaris der Unterart Schnauzer durchaus auch schon einmal Papier gefleddert hat. Doch wie jeder gute Hund zieht er die Lieblingsspeisen seiner Menschen vor.

In ihrem kleinen Büchlein „Reißwolf sucht Familie“ schildert die Autorin nicht nur, wie sie auf den Hund kam, sondern auch, wie der Hund auf sie kam und sie dann beieinander blieben. Die Geschichten vom Philip, so heißt besagter Schnauzer, sind kleine Anekdoten, die viele Hundehalter so oder ähnlich erlebt haben mögen und die vielleicht gerade deshalb zum Schmunzeln und Kopfnicken veranlassen. Ganz nebenbei ist das Büchlein aber auch eine Einführung für alle, die Hundebesitzer sind und solche, die es werden möchten – abgeschreckt wird allerdings niemand.

Beim zweiten Buch handelt es sich um eine Neuauflage eines Werkes, das jedem empfohlen sei, der oder die schon einmal die Kühlschranktür öffnete, diverse essbare Reste fand und nicht wusste, was damit anfangen. „Reste-Essen reloaded“ gibt hier praktische Tipps und viele Rezepte, die einen erfolgreich davon abhalten können, doch noch einkaufen oder ins nächste Restaurant zu gehen. Es geht beileibe nicht nur um Arme Ritter, wenn die Vorräte aus Kühlschrank und Gemüsekörbchen gesichtet werden. Die Rezepte bilden jedoch erst den zweiten Teil des Büchleins.

Der erste ist viel grundsätzlicher. Reiß gibt ganz grundlegende wertvolle Tipps und Hinweise, die vor allem helfen sollen, Essen nicht mehr wegzuwerfen, sondern alles zu verwerten, was sich verwerten lässt. Und das ist viel mehr als mancher glauben mag. Daneben gibt das Buch viele kleine, praktische Tipps, die den Küchenalltag sinnvoll verbessern helfen.

Beide Bücher sind als Books-on-Demand erschienen, werden also erst nach Bestellung (online) gedruckt – wer sei als Weihnachtsgabe beschaffen will, dem sei eine Zeitreserve angeraten. Doch als kleines Mitbringsel und Geschenk lohnen sie allemal – und wer selbst gerne Reste verwertet, findt auf jeden Fall noch das eine oder andere Rezept, das auszuprobieren sich lohnt.

Stefan Vockrodt, Umweltzeitung 24 Jhg, November/Dezember 2017, S. 35

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